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„Richtig handeln: Europa wählen“ – Mittwochsgesellschaft Brüssel von METRO, BVE und EBD

„Richtig handeln: Europa wählen“ – unter dieser Überschrift stand die zweite Brüsseler Mittwochsgesellschaft, eine gemeinsame Veranstaltung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und der METRO GROUP, unterstützt von der EBD. Mehr als 250 Besucher nutzten dabei die Gelegenheit, in der unweit des Europaparlaments gelegenen „Bibliothek Solvay“ gemeinsam mit Joschka Fischer über die Zukunft Europas zu diskutieren und sich seine europapolitische Grundsatzrede anzuhören.

Der Europaabgeordnete Werner Langen fasste den Abend so zusammen: „Die Stimme, die in der Europapolitik in Deutschland fehlt, war heute Abend hier!“
In seiner Einführung unterstrich Mark Frese, Mitglied des Vorstands der METRO AG, die Bedeutung der Europäischen Union für die METRO GROUP als international tätiges Unternehmen: „Wir brauchen ein starkes Europa. Nur wenn Europa sich einig ist, kann es Fortschritte erreichen und mit anderen Regionen der Welt auf Augenhöhe konkurrieren“. Mit Blick auf die aktuelle Krim-Krise würdigte Frese die EU als „Stabilitätsfaktor“. Die Wirtschaft müsse zudem ihren Beitrag zur Vertrauensbildung leisten und dürfe deshalb den Solidaritätsgedanken nicht vergessen, denn am Ende des Tages sind wir alle für alle verantwortlich“, sagte Frese.

Joschka Fischer nannte gleich zu Beginn seiner Rede die Dinge beim Namen. Europa befinde sich an einem zentralen Wendepunkt: Man habe in der aktuellen Krisensituation die Wahl, zurück in die Vergangenheit zu gehen oder unbeirrt weiter ans andere Ufer zu schwimmen. „Europa muss erwachsen werden“, forderte Fischer. „Die Krise ist der ideale Zeitpunkt für ein Zeichen der politischen Einigung.“ Fischer unterstrich, dass die EU überall dort gut funktioniere, wo bereits ein Souveränitätstransfer von den Nationalstaaten auf die europäische Ebene stattgefunden hat. In diese Richtung müsse es weitergehen. Bei der weiteren Vertiefung und Integration sollte aus Sicht Fischers vor allem die Eurogruppe vorangehen.

Eine zentrale Rolle schrieb er dabei Deutschland und Frankreich zu, denen er riet Sorgen um „das liebe Geld“ oder die nationale Souveränität hinter sich zu lassen. Gerade für Deutschland gebe es keine Alternative zur Europäischen Union. Er stellte klar: „Deutschland würde ohne die EU mehr verlieren als alle anderen. So wie es durch sie mehr gewonnen hat.“ Mit Blick auf die aktuellen Vorgänge auf der Krim verwies Fischer darauf, dass es sich nicht nur um geopolitisches Kalkül, sondern einen Wertekonflikt handle: „Hier stehen die Prinzipien des 19. Jahrhunderts von bloßer Machtpolitik gegen die Prinzipien des 21. Jahrhunderts: Recht und Vertrag.“ Vor diesem Hintergrund zeigte sich Fischer auch skeptisch in Hinblick auf eine baldige Überwindung der außenpolitischen Krise.  Er stellte aber klar: „Die Antwort auf Putin ist mehr Europa!“ Große Hoffnungen setzte er in diesem Zusammenhang auf Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er lobte die Kanzlerin ausdrücklich für ihre bisherige Positionierung in der Krim-Krise und konstatierte: „Ich glaube, Angela Merkel entwickelt nun ein Gefühl für Europa.“

Die EBD unterstützt ihre Mitglieder BVE und METRO AG seit September bei der Umsetzung ihrer Veranstaltungsreihe „Brüsseler Mittwochsgesellschaft“. Knapp 100 der 235 EBD-Mitgliedsorganisationen sind derzeit mit einem Büro in Brüssel vertreten.

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