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Institutionen & Zukunftsdebatte

Selle und Burgdörfer eröffnen Tagesspiegel Causa-Debatte zur Europawahl

Im Mai 2019 wählt Europa sein neues Parlament. Bei der letzten Europawahl haben weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Wie lässt sich das Interesse in der Bevölkerung steigern? Zu dieser Frage hat das online-Debattenportal Causa des Tagesspiegels eine offene Debatte mit Beiträgen von Dr. Linn Selle und Frank Burgdörfer eröffnet.

EBD-Präsidentin Selle betont in ihrem Meinungsbeitrag „Kein Wahlsieg ohne Wahlkampf!“ die Bedeutung der Parteien, der Medien und der gesellschaftlichen Mittler für die Vermittlung der Europawahl. Sie sollten sich ein Beispiel an den „European Championships“ nehmen, so Selle mit einem Augenzwinkern. Die Leichtathletik-EM hätte alles gehabt, was der Europawahl momentan noch fehle: „Wettstreit, TV-Quote und nicht zuletzt ein länderübergreifendes Momentum.“

Selle plädiert für das Spitzenkandidatenprinzip und appelliert an die Verantwortung der Medien, den Debatten der Kandidat/-innen auch dann Raum zu geben, wenn es sich nicht um Deutsche handele. Auch gesellschaftliche Organisationen fordert sie auf, die „sportliche Herausforderung“ anzunehmen und die Kandidaten zu Positionen in ihren Themenfelder zu motivieren: „Apotheken Umschau“ oder ADAC-Magazin können so zu Orten werden, an denen Europawahlkampf stattfindet, und wo politische Alternativen zu Themen deutlich werden, die nahe an den Leserinnen und Lesern sind und sie meist unmittelbar betreffen.“ Zum Volltext

Der Beitrag von EBD-Vorstandsmitglied Frank Burgdörfer „Nehmt Europa ernst!“ ist ein starkes Plädoyer für die gestaltende Kraft der europäischen Politik. Er kritisiert die häufig negative Berichterstattung über die EU-Organe und betont die Erfolge europäischer Politik der letzten Jahrzehnte. Burgdörfer wünscht sich mehr Sichtbarkeit für die Arbeit des Europäischen Parlamentes, dies bliebe oft unsichtbar hinter den medienwirksamen Kommissions- oder Ratspräsidentschaften.

Dabei habe gerade das Parlament das Potenzial, europäische Politik zu vermitteln und Bürgerinnen und Bürger „mitzunehmen“: „Parlamente wurden einst genau dafür erdacht: Als eine gemeinsame Bühne, auf der unterschiedliche Positionen Gehör finden, Standpunkte deutlich werden und Erfahrungen einfließen können. (…) Gerade in Zeiten des erstarkenden Populismus ist das Europäische Parlament unverzichtbar. Seine Bedeutung muss mehr in der Vordergrund gerückt werden.“ Zum Volltext

Die Beiträge von Selle und Burgdörfer eröffnen eine breite Causa-Debatte, die der Tagesspiegel im Vorfeld der Europawahlen führt. Neben den beiden Akteuren der EBD  werden in den kommenden Wochen zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft die Europawahl beleuchten. Das Debattenformat nutzt innovative Tools, um Leserinnen und Leser einzubinden: Sie können Statements der Autor/-innen positiv oder negativ bewerten und so selbst in die Debatte eingreifen.