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  • 01.10.2011 - 09:47 GMT

Statt europamüde: „Europamobil“ – Stiftung Genshagen diskutiert mit Schülern die Europakrise

Die brandenburgische Bildungsministerin Dr. Martina Münch steht zu mehr Europa in der Schule und macht deutlich, dass der Bildungsföderalismus in Deutschland nicht immer dabei hilft. Gemeinsam mit EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann, einer Schülerin und einem Schulrektor stellte sie sich einer Diskussionrunde zum Thema „Europamüdigkeit und Europakrise – brauchen wir mehr Integration?“ in der EBD-Mitgliedsorganisation Stiftung Genshagen.

Die Schuldenkrise wurde als Chance für ernsthafte Diskussionen in der Schule gesehen. Kritische Fragen führten meist zu positiven Antworten für mehr europäische Integration, waren sich die Panelteilnehmer sowie das Publikum einig. Für Münch sind die Lehrpläne durchaus europäisch ausgerichtet. Große Probleme entstünden aber durch ein Überfrachten von Inhalten und wenig Zeit und Geld für europäische Projektarbeit. Bernd Hüttemann lobte zwar die Vielfalt der deutschen Bildungslandschaft, doch wäre das keine Ausrede für mangelnde Abstimmung von europäischen Schulprojekten: "Viel läuft nebeneinander her, eifersüchtig schauen die Institutionen und Stiftungen auf ihr eigenes Profil. Aber gerade für die Schule ist europäische Integration gefragt." Der seit über 50 Jahren von der EBD für das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Kultusministerkonferenz durchgeführte Europäische Wettbewerb verdiene eine stärkere Einbindung in eine Gesamtstrategie "Europa und Schule" von EU, Bund und Ländern. Subsidiarität könne man auch flexibel leben.

Die Stiftung Genshagen führt in Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung erfolgreich das Projekt "Europamobil" durch. Zuletzt besuchten 20 Studenten aus verschiedenen EU-Ländern im September 2011 zwei Wochen lang elf brandenburgische Gymnasien, wo sie mit den Schülern Workshops, Seminare, Planspiele und Sprachanimationen zu europäischen Themen veranstalteten. Letztes Jahr fand das Projekt in der Île-de-France statt. Im kommenden Jahr geht es nach Masowien.