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Steinmeier sucht die Zukunft Europas | Auftakt für neues Diskussionsformat mit jungen Leuten

Townhall-Steinmeier

Gut 400 junge Leute versammelten sich im Weltsaal des Auswärtigen Amts, um mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Moderatorin Dunja Hayali über die Zukunft Europas zu diskutieren.  Bevor es mit der Diskussion losging, setzen sich die jungen Leute zwischen 18 und 25 Jahren in Arbeitsgruppen zusammen und tauschten sich über ihre Vorstellungen des zukünftigen Europas aus.

Nach diesem kleinen Warm-Up betrat Außenminister Steinmeier mit Dunja Hayali die Bühne, um die Gäste zu begrüßen.

Nach einem kurzen Einführungsfilm erörterte Steinmeier, weshalb er dieses Format unter dem Titel: „Welches Europa wollen wir?“ ins Leben gerufen hat. Im kurzen Gespräch mit Hayali, die die Europäische Union mit einer Familie verglich, zeigte sich der Außenminister äußert besorgt darüber, dass die EU für ihre Bürger „an Attraktivität verloren hat“. Sein Ziel sei es, von den jungen Menschen zu erfahren, mit welchen Ideen und Gefühlen sie auf Europa schauen und was sie sich in Zukunft von Europa erhoffen.

Danach wurden nacheinander jeweils drei Zuschauer auf die Bühne gebeten, um ihre Fragen an den Minister zu stellen und mit ihm zu diskutieren. Jeder neuer Gast brachte ein neues Thema in die Diskussionsrunde: Mit der Integration von Flüchtlingen, dem Ukraine-, sowie dem Syrienkonflikt, der europäischen Politikverdrossenheit, einer europäischen Armee und dem  Verhältnis Europas zur Türkei, kamen viele der Themen auf, die in den letzten Monaten den öffentlichen Diskurs bestimmt hatten.

Außenminister Steinmeier schaffte es, sich geschickt durch den Fragendschungel zu bewegen und behielt beispielsweise auch beim Thema Waffenlieferung und der deutsche Rolle in Syrien die Gunst des Publikums auf seiner Seite.

Ein Mitglied der Jungen Europäischen Föderalisten forderte vom Bundesminister eine eindeutige Aussage zu den europäischen Spitzenkandidaten im Europawahlkampf 2019. Steinmeier sagte, er könne nicht für die Bundesregierung sprechen, aber die Sozialdemokratie  befürworte das Modell der Spitzenkandidaten. Er musste jedoch auch zugeben: „Es fehlt an Solidarität in der EU, aber ich habe kein Werkzeug zur Hand, um das wieder zurechtzubiegen.“ Die vielen ungelösten Probleme innerhalb der EU ließen zurzeit keine Möglichkeit zu, das Europäische Projekt weiter voranzutreiben und daher müsse man mit einer Stagnation derzeit leben.  Die Frage einer EU-Mitgliedschaft der Türkei stelle sich aufgrund der Umstände momentan nicht akut. Der Weg zu einer Europäischen Armee sei ein weiter und schwieriger, der mit Geduld zu begehen sein werde.

Auch wenn die Moderatorin Dunja Hayali den Gästen die Frage nach der Bundespräsidentenkandidatur von Steinmeier empfohlen hatte, war Steinmeier keine konkrete Aussage darüber zu entlocken.

Die Townhall-Diskussion über Europa war der Auftakt zu einer Reihe von ähnlichen Debatten – insgesamt will Außenminister Steinmeier an 30 Orten mit der Jugend darüber ins Gespräch kommen.

Die Europäische Bewegung Deutschland war in die Planung und Organisation eingebunden und tauschte sich am Rande der Veranstaltung mit den jungen Gästen am eigenen Stand über Europapolitik aus.

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