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Transparency | G20-Länder im Vergleich – Deutschland verbessert sich bei Finanztransparenz, muss aber Konsequenz zeigen

Transparency International veröffentlicht neue Studie zur Bekämpfung von Finanzkriminalität durch die G20-Staaten

Auch zwei Jahre nach den Panama Papers haben die G20-Staaten ihre Zusagen zur Bekämpfung von Schattenfinanzplätzen und Geldwäsche nur teilweise umgesetzt. Zu diesem Schluss kommt der heute veröffentlichte Bericht G20 Leaders or Laggards? von Transparency International zu den Bemühungen der G20-Staaten im Kampf gegen Finanzkriminalität.

„Wir sehen positive Entwicklungen auf europäischer und deutscher Ebene“, so Gabriele C. Klug, Stellvertretende Vorsitzende von Transparency Deutschland. „Dennoch bleiben zu viele Schlupflöcher für Geldwäsche und Korruption insbesondere aufgrund mangelnder Transparenz von Finanzdaten bestehen.“

Elf der G20-Staaten besitzen nach wie vor nur unzureichende Regelungen zur Transparenz der sogenannten wirtschaftlich Berechtigten – trotz der 2014 gemachten Selbstverpflichtung im Rahmen der G20 High-Level Principles on Beneficial Ownership Transparency. Zwar konnten sich gegenüber einer Erhebung aus dem Jahr 2015 viele Staaten verbessern, darunter neben Deutschland auch Frankreich, Italien und Brasilien. Bis zur Erfüllung der Zusagen ist es jedoch noch ein weiter Weg. Nach den Panama Papers hatten die Staats- und Regierungschefs ihre Zusagen noch einmal bekräftigt, durch mehr Transparenz die Schattenfinanzplätze und die Steueroasen zu bekämpfen.

Auch Deutschland muss beim Transparenzregister Verbesserungen vornehmen und den Zugang einfacher gestalten. „Wir brauchen ein öffentliches Register, das für alle unbeschränkt einsehbar ist. Es muss klar sein, wer wirtschaftlich berechtigt ist und tatsächlich die Fäden in Unternehmen und anderen Organisationen zieht “, sagt Marina Popzov von Transparency Deutschland. In Deutschland ist der Zugang zur Information über die tatsächlichen Eigentümer von Unternehmen derzeit an den Nachweis eines berechtigten Interesses geknüpft.

Ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Korruption ist die Einigung auf die fünfte Antigeldwäsche-Richtlinie der Europäischen Union im Dezember 2017. Diese muss nun konsequent in den Mitgliedsstaaten umgesetzt werden. Neben dem Transparenzregister bietet das sogenannte Country by Country Reporting (CbCR), das derzeit in der EU verhandelt wird, ein geeignetes Instrument, finanzbezogene Informationen von Unternehmen zu veröffentlichen. „Die Einführung einer öffentlichen länderbezogenen Berichterstattung größerer Konzerne könnte der EU zu einer globalen Vorreiterrolle bei der Bekämpfung der Steuervermeidung verhelfen“, so Marina Popzov.

Zum Bericht von Transparency International G20 Leaders or Laggards?

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