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Über Berlin nach Europa: Auswahlinterviews fürs College of Europe 2019/20

Welche Möglichkeiten hat Großbritannien, einen harten Brexit zu vermeiden? Gibt es ein Demokratiedefizit in der EU? Was wären die politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen bei der Einführung eines europäischen Mindestlohns? Und wo könnte der Vertrag von Lissabon das Spitzenkandidatenprinzip bei den Europawahlen rechtfertigen? Mit Fragen dieser Art, gestellt auf Englisch, Französisch und Deutsch, setzten sich insgesamt 57 Bewerberinnen und Bewerber um Studienplätze und Stipendien am College of Europe auseinander. Nach zwei Tagen intensiver Interviews beschloss die deutsche Auswahlkommission, 34 von ihnen einen Studienplatz im Jahr 2019/20 anzubieten. Die Allermeisten können mit einem Stipendium rechnen.

Fünf unterschiedliche Fachbereiche gibt es am College of Europe – die größte deutsche Gruppe mit zehn Studierenden wird im Fachbereich Recht erwartet. Sechs bis acht Studierende entsendet die Bundesrepublik in die Masterprogramme ‚European Economic Studies‘, ‚EU International Relations and Diplomatic Studies‘ und ‚European Political and Governance Studies‘. Fünf Studierende aus Deutschland werden auf dem Campus in Natolin ihr Masterstudium der ‚European Interdisciplinary Studies‘ aufnehmen. Die Anforderungen an die Kandidatinnen und Kandidaten waren ähnlich: Neben ihrem jeweiligen Fachwissen mussten sie auch Fremdsprachenkenntnisse, Interesse an und Verständnis für übergreifende europapolitische Fragestellungen und natürlich auch ihre Motivation überzeugend darlegen. Ob und wie das gelang, dazu erhalten die Bewerberinnen und Bewerber in den kommenden Tagen Auskunft.

Größter Stipendiengeber in Deutschland ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 25 Stipendien. Je ein Stipendium vergeben die Länder Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Alle decken die Studiengebühren am College of Europe ab. Daneben schlug die Auswahlkommission drei zukünftige Studierende für Vollstipendien im Bereich der Europäischen Nachbarschaftspolitik vor, die direkt durch das College of Europe vergeben werden.

Das College of Europe ist das älteste und renommierteste europäische Hochschulinstitut für Postgraduierten-Studien rund um die EU. Jedes Jahr absolvieren rund 400 Studierende, davon ca. 35 aus Deutschland, ein Masterprogramm der European Studies auf einem der Campus im belgischen Brüssel oder in der polnischen Hauptstadt Warschau. Seit seiner Gründung 1949 haben viele Tausende Absolventinnen und Absolventen erfolgreiche Karrieren in europäischen und internationalen Institutionen, Parlamenten, Unternehmen und Verbänden begonnen. Das Bewerbungs- und Auswahlverfahren wird in Deutschland von der EBD durchgeführt.

Die deutsche Auswahlkommission ist mit Vertreterinnen und Vertretern der Lehre am College of Europe selbst, unterschiedlicher deutscher Universitäten und gesellschaftlicher Organisationen und College-Alumni besetzt. Die Leitung hatte 2019 Prof. Dr. Andrea Lenschow von der Universität Osnabrück übernommen. Über die Zusammensetzung der Kommission entscheidet der EBD-Vorstand, für den Schatzmeister Peter Hahn an den Beratungen der Auswahlkommission teilnahm. Gastgeber des Auswahlverfahrens war die EBD-Mitgliedsorganisation Europäische Akademie Berlin.

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