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Europakommunikation, Verkehr, Telekommunikation und Energie, Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaft und Finanzen

UFOP beklagt Tatenlosigkeit von EU-Kommission und Politik

Auf einem dramatisch niedrigen Niveau bewegen sich seit Monaten die Erzeugerpreise für Raps und Brotweizen, stellt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen fest. Von einem preiserhöhenden Effekt durch die Biokraftstoffnutzung kann keine Rede sein, wie dies immer wieder mit der Tank-Teller-Frage aufgeworfen und als Argument für die Reduzierung der Kappungsgrenze für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse angeführt wird. Im Gegenteil: Die Biokraftstoff-Verwendung verhindert ein weiteres Abrutschen der Erzeugerpreise.

Aber weder die EU-Kommission noch die Politik sind in der Lage, Marktperspektiven zu schaffen, die im Rahmen der sogenannten Bioökonomie außerhalb der energetischen Nutzung zu einer Verbesserung der Erzeugerpreissituation beitragen.  Also doch besser gleich verbrennen? Mit dieser provozierenden Frage weist die UFOP auf die Marktpreisentwicklung hin. Seit Juni 2017 sind die Heizölpreise stetig gestiegen und erreichten im Januar 2018 durchschnittlich 64 Cent/l frei Haus inkl. MwSt. Damit musste der Verbraucher 45 % mehr bezahlen als noch vor einem Jahr. Auslöser war der festere Rohölkurs, der seit Juni 2017 sogar um 55 % zugelegt hatte. Dabei profitierten die Terminnotierungen vor allem vom schwachen Dollar, der die Vermarktungschancen für Rohöl am Weltmarkt verbesserte und für die Euroländer gleichzeitig die Importe zusätzlich vergünstigte.

Aber der schwache Dollar hatte auch seine Nachteile. So verteuert der feste Euro alle Exporte aus der Eurozone. Das belastete hierzulande vor allem Produkte mit hohem Exportmarktanteil, wie z.B. Mahlweizen. Aufgrund der geschmälerten Nachfrage exportierte Deutschland im laufenden Wirtschaftsjahr nicht einmal die Hälfte der Vorjahresmenge. Das ließ den Preisen keinen Spielraum nach oben. Im Januar 2018 lagen sie 2 % unter der Vorjahreslinie.

Die Rapspreise rutschen sogar regelrecht ab. War der Januar 2017 noch von lebhafter Nachfrage und vergleichsweise hohen Preisen geprägt, drückten ein geringes Kaufinteresse und die große Konkurrenz von Importraps die Erzeugerpreise 14 % unter Vorjahreslinie. Gänzlich entgegengesetzt entwickelten sich die Strohpreise in Deutschland. Die verregnete Ernte hatte Menge und Qualität gekostet. Das macht sich bei steigender Nachfrage über die Wintermonate zunehmend bemerkbar, so dass die Preise seit der Ernte stetig stiegen und aktuell 15 % über Vorjahr liegen. Dennoch sind Weizen & Co. weniger wert als Heizöl. Es würde sich für den Landwirt eher lohnen, seine Rohstoffe an Stelle von Heizöl zu verbrennen als zu verkaufen.

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