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Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaft und Finanzen

VCI | Brexit schlecht für Chemieindustrie beidseits des Ärmelkanals

Am 23. Juni 2016 findet das EU-Referendum über die Frage eines Verbleibs oder Austritts Großbritanniens in der EU statt. Welche Auswirkungen hätte ein Austritt für die chemisch-pharmazeutische Industrie?

  • Austritt fatales Signal für die wirtschaftliche  Entwicklung in Europa
  • Rückgang der Chemie-Exporte und Direktinvestitionen als Folge
  • Chemie-Handelsvolumen mit Großbritannien heute bei 18,5 Mrd. Euro
  • Engagement britischer Investoren in der deutschen Chemie bei gut 2 Mrd. Euro

Stimmt die Mehrheit der britischen Bürger beim Referendum am 23. Juni für einen Austritt ihres Landes aus der EU, hätte dies auch spürbar negative Auswirkungen auf Deutschlands drittgrößte Branche. Zu diesem Ergebnis kommt der Verband der Chemischen Industrie (VCI).

Der VCI erwartet bei einem Brexit mittelfristig eine Abschwächung der Exporte der chemisch-pharmazeutischen Industrie nach Großbritannien und einen Rückgang der Direktinvestitionen beiderseits des Ärmelkanals. „Wir hoffen, dass die Bürger in Großbritannien mit deutlicher Mehrheit für einen Verbleib in der EU stimmen. Gerade jetzt, wo sich die Konjunktur in Europa zaghaft erholt, wäre ein Austritt ein schlechtes Signal für die weitere wirtschaftliche Entwicklung“, erklärte der Präsident des VCI, Marijn Dekkers.

Großbritannien ist ein wichtiger Handelspartner und einer der größten Märkte in der EU für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland. Im letzten Jahr verkaufte die Branche Produkte im Wert von 12,9 Milliarden Euro dorthin
(7,3 % aller Exporte). Den größten Anteil machten Spezialchemikalien und Pharmazeutika aus. Gleichzeitig importierten deutsche Chemieunternehmen Erzeugnisse für 5,6 Milliarden Euro von der Insel (siehe Grafik 1). Dazu gehörten vor allem pharmazeutische Vorprodukte und Petrochemikalien.

Grafik1

Grafik 1: Großbritannien ist ein wichtiger Handelspartner und einer der größten Märkte in der EU für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland. Exakt 7,3% der Chemieausfuhren gehen dorthin.

Aber auch als Produktions- und Vertriebsstandort spielt Großbritannien für die Branche  eine gewichtige Rolle: Derzeit sind 63 Tochtergesellschaften deutscher Chemieunternehmen in Großbritannien aktiv. Sie beschäftigen insgesamt rund 6.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro. Der Bestand an Direktinvestitionen auf der Insel beläuft sich auf rund 1,6 Milliarden Euro. Britische Investoren sind mit gut 2 Milliarden Euro in der deutschen Chemie engagiert (siehe Grafik 2).

Graphik2

Grafik 2: Britische Invstoren sind mit über 2 Mrd. Euro in der deutschen Chemie engagiert. Deutsche Unternehmen halten Direktinvestitionen in Höhe von 1,6 Mrd. Euro auf der Insel. Bei einem Brexit ist mit einer Reduktion des Bestandes auf beiden Seiten des Ärmelkanals in der Chemie zu rechnen.

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von mehr als 1.650 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2015 rund 189 Milliarden Euro um und beschäftigte über 446.000 Mitarbeiter.

Weitere Dateien und Zahlen zu den Grafiken finden Sie hier.

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