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VCI | EU-Taxonomie: Brüssel lässt viele Fragen offen

Die EU-Kommission hat heute in Brüssel einen Kriterienkatalog zur EU-Taxonomie verabschiedet. Dieser Verfahrensschritt ist ein Baustein des Green Deals, um Kapitalströme künftig gezielter in nachhaltige ökonomische Aktivitäten zu leiten. Dazu schafft die EU ein Klassifizierungssystem (Taxonomie), dessen Kriterien die Nachhaltigkeit wirtschaftlicher Aktivitäten einstuft.

Aus Sicht des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) bleibt der vorgelegte Rechtsakt aber bruchstückhaft und inhaltlich inkonsistent. Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie, betont: „Belastbare Referenzwerte für eine nachhaltige Wirtschaft sind wichtig. Dafür stehen wir ein. Aber der jetzige Vorschlag ist das Ergebnis eines Schlingerkurses. Politische Einflussnahme und intransparente Verfahren haben sich gegen Objektivität und Klarheit behauptet.“

Zwar verwendet das nun vorgelegte Kriterien-Set eine Reihe von Grenzwerten für Emissionen, doch sind die zugrunde liegenden Berechnungen teils nur schwer nachvollziehbar und Ziele teilweise unrealistisch, kritisiert der VCI. Auch seien nicht alle industriellen Aktivitäten abgedeckt. Dies führe insgesamt zu vielen offenen Fragen – sowohl bei Anlegern als auch aufseiten der Industrie. Nachbesserungen sind dringend notwendig.

So sollte das System der Klassifizierung für Finanzanlagen alle unternehmerischen Aktivitäten berücksichtigen, die zu mehr Nachhaltigkeit beitragen. „Der Finanzmarkt spielt hier eine bedeutende Rolle. Kontraproduktiv ist, wenn jetzt Unternehmen in der Transformation den Zugang zum Kapitalmarkt verlieren.“ Um umweltfreundliche Innovationen und Investitionen zu ermöglichen, müssen klare und transparente Rahmenbedingungen für alle Branchen gesetzt sein, so Große Entrup.

Der Vorschlag der EU-Kommission geht nun zur Prüfung an das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten. Zusätzliche Rechtsakte, die die Anforderungen der EU-Taxonomie weiter definieren, werden im Laufe des Jahres folgen.

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