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VDS | Bürgerbeauftragte fördert sprachliche Diskriminierung

Die Europäische Bürgerbeauftragte Emily O’Reilly hat eine Beschwerde des Vereins Deutsche Sprache e.V. (VDS) gegen die diskriminierende symbolische Außen­darstellung der Europäi­schen Kommission zurück­gewiesen. Diese hatte im Jahr 2012 die frühere sprachneutrale Be­schriftung ihres Pressesaales aufgegeben, um sich der europäischen Öffentlichkeit fortan nur noch als „European Commission“ und „Commission européenne“ vorzustellen.

„Die Entscheidung der Bürgerbeauftragten ist mehr als merkwürdig“, sagt der VDS-Beauftragte für europäische Sprachenpolitik, Dr. Dietrich Voslamber, „denn die Europäische Kommission verletzt mit ihrer neuen Außendarstellung nicht nur europäisches Recht, sie stößt auch unzäh­lige EU-Bürger vor den Kopf, die durch die stetig zunehmenden Fernsehbilder aus dem Presse­saal der Kommission ihre eigene kulturelle Identität missachtet sehen. Dies trägt vor allem in Deutschland sicher nicht dazu bei, die gegenwärtig bestehende Kluft zwischen den Institutio­nen der EU und ihren Bürgern zu verringern.“

Das wirklich Empörende an dieser Entscheidung, so Voslamber, sei jedoch die Tatsache, dass auf die vielen in der Beschwerde vorgebrachten Argumente des VDS überhaupt nicht einge­gangen, sondern lediglich behauptet wird, dass bei einer Beschriftung in mehr als zwei Spra­chen die einzelnen Schrift­züge nicht mehr lesbar seien. Kein Wort dagegen fände sich zu der Frage der Vereinbarkeit des diskriminierenden Außenbildes der Kommission mit den europäi­schen Verträgen und der Grundrechtecharta, oder dazu, dass etwa das Europaparlament pro­blemlos 24 Sprachen in der Außendarstellung verwendet und die Kommission selber bis vor wenigen Jahren noch ein sprachneutrales Außenbild pflegte, ohne dass ihre „visuelle Identität“ oder der Verlauf der Pressekonferenzen irgendwelchen Schaden genommen hätten. Kein Wort auch fände sich zu der Vorhaltung des VDS, dass, wenn es wirklich nur auf die Lesbarkeit der Schriftzeichen ankomme, doch wenigstens Deutsch als die zahlenstärkste Mutter­sprache und zweitstärkste Fremdsprache der EU mit hinzugenommen werden müsse.

Statt wenigstens auf dieses Argument einzugehen, verweist die Bürgerbeauftragte am Schluss ihrer „Beurteilung“ darauf, dass es doch die „Möglichkeit der Verwendung der deutschen Spra­che und anderer Sprachen in ihrem visuellen Logo“ in den Vertretungen der Kommission in den Mitgliedstaaten gebe. „Es kostet Mühe“, so Voslamber, „hierin nicht eine Verhöhnung un­seres Anliegens zu sehen“. Alle Einzel­heiten des Beschwerdevorgangs können unter vds-ev.de/spra­chenpolitik-in-europa eingesehen werden.

Die Pressemitteilung finden Sie auch auf der Seite des VDS.

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