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ver.di sagt NEIN zu jeder Form von Gewalt an Frauen – neue Bundesregierung soll Istanbul-Konvention konsequent umzusetzen

In der Corona-Pandemie ist die Zahl der häuslichen Gewalt weltweit und auch in Deutschland deutlich angewachsen. Hier stieg sie um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr an (Kriminalistische Auswertung Partnerschaftsgewalt 2020). Jede dritte Frau war schon mindestens einmal physischer oder sexualisierter Gewalt ausgesetzt. „Wir dürfen nicht wegsehen und fordern die neue Bundesregierung auf, die vor inzwischen drei Jahren unterzeichnete Istanbul-Konvention des Europarates zum Schutz von Mädchen und Frauen vor Gewalt endlich auch konsequent umzusetzen,“ fordert ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger anlässlich des morgigen Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, der seit 20 Jahren weltweit begangen wird.

Während die Kriminalstatistik weiter ansteigt, erfährt das Thema in der Pandemie besondere Relevanz: Lockdown, geschlossene Kitas und Schulen, Wohnverhältnisse, in denen die Betreuung von Kindern und das Arbeiten im Homeoffice ist zu einer an die Grenzen des Möglichen stoßenden Herausforderung geworden. „Ob es um einen sexuellen Übergriff am Arbeitsplatz, weibliche Genitalverstümmlung, Verbrechen im Namen der sogenannten Ehre, Frauenhandel, Zwangsprostitution, Früh- und Zwangsverheiratung oder häusliche Gewalt geht – wir sagen entschieden NEIN zu jeder Form von Gewalt an Frauen und Mädchen“, so Nutzenberger. „Gerade jetzt, wo sich die pandemische Lage wieder zuspitzt, brauchen wir mehr niederschwellige Angebote für von Gewalt bedrohte Frauen und Mädchen, und wir brauchen viel mehr Aufmerksamkeit in der Gesellschaft“, sagte die Gewerkschafterin.

Es müsse aber auch um ein klares NEIN zu verbaler Gewalt gegenüber Frauen gehen. Das Klima am Arbeitsplatz werde rauer. „Es gibt mehr sexualisierte, verbale Beleidigungen, Belästigungen und gewalttätige Übergriffe von Kunden und Patienten gegenüber unseren Kolleginnen, die den Laden am Laufen halten, auch in diesen schwierigen Zeiten“, mahnt Nutzenberger. „So sind die Frauen im Handel verbaler Gewalt von Kundinnen und Kunden ausgesetzt“, so Stefanie Nutzenberger, die im ver.di Bundesvorstand für den Handel verantwortlich ist. „Wichtig ist, dass Unternehmen klare Rahmenbedingungen setzen, die die Frauen vor jeglicher Form von Gewalt am Arbeitsplatz schützen“, sagt Nutzenberger.

Beschlossen wurde der Gedenk- und Aktionstag bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 1999 zum Gedenken an die Mirabal-Schwestern, die 1960 ermordet wurden, weil sie einer Widerstandsbewegung angehörten.