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  • 11.01.2013 - 11:52 GMT

VKU: EU-Kommission gefährdet deutsche Wasserinfrastruktur

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt sich irritiert über den Vorstoß der Europäischen Kommission, mittelfristig nur noch wassersparende Duschköpfe und Wasserhähne zuzulassen. VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck: „Die Deutschen gehen mit der Ressource Wasser bereits sparsam um. Wenn uns jetzt noch die Verantwortlichen aus Brüssel wassersparende Maßnahmen diktieren, dann ist das nicht nur sinnlos, sondern wird für die Verbraucher auch teuer.“

Seit 1990 nutzen die Haushalte in Deutschland fast 20 Prozent weniger Wasser. Schon jetzt wird so viel gespart, dass die kommunalen Wasserversorger und Abwasserentsorger Leitungen und Kanäle zusätzlich durchspülen müssen. Mit einer weiteren Verringerung der Durchflussmenge würde der Instandhaltungsaufwand weiter ansteigen. Der VKU warnt davor, dass durch die verpflichtenden Standards aus Brüssel die Kosten für die Netzinfrastruktur unnötigerweise in die Höhe getrieben werden. Bereits seit längerer Zeit fordert der VKU deshalb von der EU-Kommission, die unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Reck: „EU-weite einheitliche Regelungen machen beim Wassersparen keinen Sinn. Das muss die EU-Kommission endlich verstehen, bevor es zu spät ist.“

Das Vorgehen der EU-Kommission beruht auf der Ökodesign-Richtlinie von 2005, die bereits die klassische Glühlampe verboten hat. Da diese Richtlinie die EU-Kommission zum Erlass von Durchführungsrechtsakten ermächtigt, müssten Vorschläge zur Regulierung von Duschköpfen nicht mehr das europäische Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Dadurch ist es dem Europäischen Parlament kaum möglich, eine Verordnung aufzuhalten. Der VKU hatte bereits 2010 auf die negativen Auswirkungen einheitlicher europäischer Standards für wasserführende Geräte hingewiesen. Dies wies die EU-Kommission zurück.