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  • 17.02.2012 - 13:33 GMT

Vom Super-Europäer bis zu Eurotopia – JUGEND für Europa stellt neue Planspiele zur Europäischen Bürgerschaft vor

„Wir befinden uns im Jahr 2020. Auf der Erde wird von einem europäischen Forschungsschiff unerwartet ein sechster Kontinent entdeckt. Es ist eine Sensation: Der neue Kontinent ist zwar unbewohnt, aber seine Geografie, seine Vegetation und sein Klima sind Europa zum Verwechseln ähnlich.“

"Die Europäische Union plant ein Projekt: Die neue Welt soll mit einer repräsentativen Mischung aller Völker aus Europa besiedelt werden. Sie sind Mitglied von einem der drei Expeditionsteams, die die ersten Schritte auf neues Land setzen. Ihre Aufgabe: Formen Sie eine neue Gesellschaft nach Ihren Vorstellungen."

"Eurotopia" hat es in sich. Das spüren auch Friederike Merkel und Ivelina Kovanlashka von Anfang an. Die eine ist Bildungsreferentin bei der Initiative Christen für Europa in Dresden, die andere Programmassistentin im Theodor-Heuss-Kolleg der Robert-Bosch-Stiftung in Berlin. Jetzt sitzen sie gemeinsam im nordrhein-westfälischen Königswinter, um sich während einer Multiplikatoren-Schulung auf ihre Rollen für ein neues Planspiel zur Europäischen Bürgerschaft vorzubereiten.

Fragen zu beantworten, gibt es viele. Ob es auf dem neuen Kontinent Länder, Staaten oder Regionen gibt? Welche Sprachen werden gesprochen? Und welche Grundnahrungsmittel sollen produziert werden? Friederike und Ivelina sind mit großer Leidenschaft dabei. Experten für Freundschaft, Friedensfragen und glückliche Sexualität gehören zu ihrem Beraterteam. Und überhaupt: Die stundenlangen Diskussionen über die Zukunft des Kontinents bringen den Ehrgeiz der beiden Spielerinnen immer mehr zu Tage.
Barrierefreie Simulationen

Fünf Planspiele zur Europäischen Bürgerschaft haben Andrea Gebhardt und ihr Kollege Philipp Erbslöh im Auftrag von JUGEND für Europa entwickelt. Neben "Eurotopia" wird auch der Super-Europäer gesucht. Im "Haus der europäischen Geschichte", das übrigens wirklich 2014 in Brüssel eröffnet werden soll, wird die Gestaltung eines Museums mit der Frage nach dem großen europäischen Gemeinsamen zum Spielgegenstand.

Kreatives Know-How ist gefragt, wenn es darum geht, einen Imageflyer für die EU zu entwerfen. Und auch die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei gehören zum Planspielpaket, das vor allem wegen seines niedrigschwelligen Ansatzes für viele Jugendliche interessant sein dürfte.

"Wir haben versucht, barrierefreie Seminare zu entwickeln", erklärt Philipp Erbslöh. Er ist Hauptschullehrer und Trainer von EFD-Seminaren. "Ob bildungsferne Jugendliche oder Teilnehmer mit heterogenen Sprachkenntnissen – sie alle wollen mir mit unseren neuen Angeboten erreichen", sagt Erbslöh.
Auf Papierberge verzichtet

Das Besondere: Im Gegensatz zu vielen anderen Planspielen haben die Entwickler auf zu umfangreiche Planspiel-Materialien verzichtet. "Ich kenne Seminare, bei denen die Teamer schon am Vortag mehrere Stunden alle Papiere ausdrucken müssen. Das wollten wir bewusst verhindern. Wir haben uns auf das Wesentliche beschränkt. Die Jugendlichen sollen schnell erfassen, worauf es eigentlich ankommt. Ziel ist es, mit der eigenen Kreativität Lösungen zu entwickeln und Extra-Teamer sollen auch nicht von außen einkauft werden müssen", sagt Erbslöh. "Jeder, der solch ein Planspiel mit einer Gruppe durchführen möchte, sollte das auch tun können."

GruppenbilfDie Simulationen sind für 15 bis 30 Spieler gedacht und dauern in der Regel von vier Stunden bis zu anderthalb Tagen. Eigene Anpassungen sind möglich, da jedes Planspiel nach dem Baukastenprinzip zusammengesetzt ist.
Planspiele nach Baukastenprinzip

Auch Friederike Merkel will noch ein paar Änderungen an den Planspielen vornehmen, bevor sie selbst in die Rolle der Teamerin schlüpft: "Was Sprachniveau, Bildungsstand und Zeitmanagement angeht, werde ich für meine Zielgruppe sicherlich noch mal nachjustieren. Ich hoffe, dass mir das gelingt."

Und Ivelina Kovanlashka hat sogar noch einen konkreten Änderungswunsch: "Wenn es darum geht, eine aktive Bürgerschaft zu fordern und Europa den Menschen nahe zu bringen, dann sollten auch die Bürger als solche in einem Planspiel vorkommen", fordert sie. "Man will ja wissen, was man als Bürger so auf die Beine stellen kann."

Eine kritische Auseinandersetzung mit Europa, keine Propaganda, dies wünschen sich Erbslöh und Gebhardt für ihre Planspiele. Dass das gelebte und das politische Europa zusammengehören und die Fragestellungen deutlich über die Grenzen der EU hinausreichen, sei eine immer wiederkehrende Lernerkenntnis der Simulationen, sagen sie.

Wer sich für die Planspielunterlagen interessiert, kann sie in der Methodenbox von JUGEND für Europa kostenlos runterladen. Auch eine englische Version wird als Download angeboten.

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