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vzbv | Qualitätsstandards für digitale Bildungsinhalte unabdingbar

Dr. Vera Fricke (Foto: vzbv).

Dr. Vera Fricke (Foto: vzbv).

Dr. Vera Fricke, Referentin für Verbraucherkompetenz beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv), sieht in der Digitalisierung der Bildung große Chancen, weist aber darauf hin, dass digitale Bildungsinhalte nicht von Unternehmen instrumentalisiert werden dürfen, um Einfluss auf junge Schülerinnen und Schüler zu nehmen.

„Die Digitalisierung führt zu einem stetigen Wandel des Alltags und tangiert dabei direkt und indirekt die Interessen von Schülerinnen und Schülern als junge Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Schritt der Kultusministerkonferenz, eine Strategie für die „Bildung in der digitalen Welt“ zu entwickeln, ist richtig und wichtig. Damit die Chancen der Digitalisierung bestmöglich im schulischen Kontext genutzt werden und gleichzeitig Risiken und Gefahren kritisch reflektiert und bewertet werden können, bedarf es zweierlei: der Zusammenarbeit von Bund und Ländern sowie etablierter Qualitätsstandards.

Bund und Länder stehen in der Verantwortung: Nur gemeinsam können die notwendige Infrastruktur und Ausstattung gemeistert werden. Dafür muss das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern fallen. Durch das Kooperationsverbot und mangelnde Bildungsinvestitionen besteht derzeit die Gefahr, dass die Wirtschaft mit ihren finanziellen und inhaltlichen Ressourcen das vorhandene Kompetenz-Vakuum füllt. Bereits jetzt werden digitale Werkzeuge und Themen von der Wirtschaft dazu genutzt, im Bildungssystem Fuß zu fassen und Unternehmensinteressen direkt in den Unterricht zu tragen.

Digitale Inhalte und Plattformen können unsere Schulen im 21. Jahrhundert ankommen lassen – die Unabhängigkeit von Wirtschaft muss dabei aber gewahrt bleiben. Dafür sind Qualitätsstandards unabdingbar. Ein etablierter Maßstab für Qualität wie der Materialkompass hilft dabei, Unterrichtsmedien und Weiterbildungsformate für Lehrkräfte zu entwickeln, ohne hinter diesen Standard zurückzufallen.“

Eine ausführliche Stellungnahme des Verbraucherzentrale Bundesverbands zum Entwurf der Strategie der Kultusministerkonferenz „Bildung in der digitalen Welt“ finden Sie hier.

Weitere Hinweise:

  • Der Materialkompass des vzbv: Im Internet findet man eine Fülle von Unterrichtsmaterialien zur Verbraucherbildung, deren Qualität auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich ist und stark variiert. Um Lehrerinnen und Lehrern eine Orientierung im Materialdschungel zu bieten, wurde vom vzbv der Materialkompass Verbraucherbildung entwickelt. Hier werden Unterrichtsmaterialien aus den Themengebieten Finanzkompetenz, Medienkompetenz, Ernährung & Gesundheit, Nachhaltiger Konsum und Verbraucherrechte inhaltlich beschrieben und bewertet. Die Materialien stammen von verschiedenen Anbietern (Verbänden, Verlagen, Unternehmen, Verwaltung und anderen Organisationen), auf deren Angebote dann jeweils verlinkt wird.
  • Am 21. November 2016 veranstaltet der vzbv eine Fachtagung zur Verbraucherbildung.

bildmarke-ebd-telegramm-digitale-bildungDas EBD Telegramm zu Digitaler Bildung gibt einen Überblick über die Positionen der Mitgliedsorganisationen in Deutschlands größtem Netzwerk für Europapolitik. Zum Telegramm gelangen Sie hier.

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