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  • 12.10.2010 - 08:38 GMT
  • vzbv
Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz

vzbv: Schluss mit gefährdenden Zusatzstoffen in Tabakprodukten

EU-Tabakrichtlinie muss vor allem Jugendliche schützen

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt die Pläne der EU-Kommission, Rauchen in allen EU-Ländern weniger attraktiv und weniger gesundheitsschädlich zu machen. Der vzbv setzt sich für ein Verbot gesundheitsschädlicher und suchtverstärkender Zusatzstoffe in Tabakprodukten ein. "Das bundesweite Rauchverbot in Gaststätten ist das eine Thema, die Zusammensetzung und Gestaltung von Tabakprodukten das andere", sagt Dr. Stefan Etgeton, vzbv-Fachbereichsleiter für Gesundheit und Ernährung. EU-Kommissar John Dalli kündigte eine grundlegende Überarbeitung der EU-Tabakrichtlinie an. Heute stellt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) seine Empfehlungen vor.
Jährlich sterben nach Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums in Deutschland 110.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Durch Tabakkonsum bedingte Erkrankungen belasten das deutsche Gesundheitswesen und die Betriebe durch Arbeitsausfälle mit jährlich rund 40 Milliarden Euro, schätzt das DKFZ. Laut aktuellstem Drogenbericht des Bundesministeriums für Gesundheit belaufen sich die volkswirtschaftlichen Kosten des Rauchens für die Gesellschaft auf 18,8 Milliarden Euro pro Jahr. Suchtprävention heißt vor allem auch, den Einstieg zu erschweren. Meist beginnen in Deutschland die Raucherkarrieren im Alter von 15 Jahren. "In vielen Kreisen gilt Rauchen inzwischen als uncool. Diese Haltung muss sich vor allem unter den Jugendlichen verbreiten", so Etgeton.
Nach Einschätzung des DKFZ versucht die Tabakindustrie gezielt Frauen und Jugendliche durch ansprechende Verpackungen und den Zusatz von Aromastoffen als Neukonsumenten zu gewinnen. Eine Chance für einen besseren Schutz vor allem von Jugendlichen bietet die Überarbeitung der europäischen Tabakrichtlinie 2001/37/EG. Die EU-Kommission hat im September eine öffentliche Konsultation zur Überarbeitung der Richtlinie gestartet. Parteien und Bürger können sich bis Mitte November daran beteiligen. "Zusatzstoffe im Tabak, die das gesundheitsschädliche Potential verstärken und die Abhängigkeit steigern, sind zum Schutz der Verbraucher in Gänze zu verbieten", fordert Etgeton. Dies gelte auch für rauchlose Tabakprodukte, deren Vertrieb weiterhin verboten bleiben müsse. Etgeton: "Außer den finanziellen Interessen der Hersteller gibt es keinen Grund für die Einführung dieser gesundheitsschädlichen Produkte auf dem europäischen Markt."

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