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„Wir wollen, dass Europa vereint ist“| EBD-Präsidentin kommentiert Brexit im Onlinemagazin The Local

Am 31. Januar 2020 hat Großbritannien die EU verlassen – aus Sicht von Dr. Linn Selle, Präsidentin der Europäischen Bewegung Deutschland (EBD), ein „historischer Fehler“. Im Gespräch mit dem britischen Onlinemagazin The Local kommentiert Selle den Brexit und gibt einen Ausblick, wie sich die Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien von nun an verändern werden.

Der Austritt Großbritanniens sei ein „tragischer Sieg für Populismus und Nationalismus“, dessen Auswirkungen für Deutschland und alle anderen noch lange spürbar sein werden, so Selle. Auf die Frage, ob sie sich Sorgen um die Zukunft mache, äußerte die EBD-Präsidentin Verständnis für die Sorgen der außerhalb von Großbritannien lebenden Bürgerinnen und Bürger um ihren Arbeitsplatz oder ihre Rentenversorgung. Sie hoffe, dass diese wichtigen Anliegen ins Zentrum der kommenden Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien gestellt würden.

Eine positive Auswirkung des Brexits sieht Selle in dem Zusammenhalt zwischen den Mitgliedstaaten, der während der Austrittsverhandlungen stark gewachsen und noch sichtbarer geworden ist. „Dieser Zusammenhalt ist etwas Außergewöhnliches. Es gab so viele verschiedene Interessen, aber letztendlich hielten alle zusammen“, so die EBD-Präsidentin.

Auf die Frage, ob sie es für möglich halte, dass Großbritannien wieder in die EU eintreten würde, entgegnete Selle: „Wir wollen, dass Europa vereint ist. Es mag zehn oder 20 Jahre dauern, bis wieder eine demokratische Verbindung geschaffen ist. Aber natürlich werden Europa und Großbritannien weiterhin eng zusammenarbeiten“. Großbritannien habe künftig immer die Möglichkeit, sich wieder um Mitgliedschaft zu bewerben.

Für die vielen nun verzweifelten Britinnen und Briten, die in EU-Ländern leben, fand Selle aufbauende Worte. Der Wiedereintritt könnte für sie einen Hoffnungsschimmer darstellen. „Vielleicht können sie eines Tages wieder Teil unseres Clubs werden“, so die EBD-Präsidentin.

Den Artikel zum Interview können Sie hier in englischer Sprache nachlesen.

Das Video zum Interview ist hier zu finden.

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