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  • 13.05.2011 - 13:02 GMT
  • ZdK
Verkehr, Telekommunikation & Energie

ZdK-Präsident Glück zur Diskussion um Energiewende

Für einen möglichst raschen Ausstieg aus der Kernenergie hat sich der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, ausgesprochen. Voraussetzung dafür, dass dies gelingen könne, sei eine ehrliche und offene Diskussion über die Risiken und Chancen aller Energiealternativen und Handlungsoptionen, betonte Glück am Freitag, dem 13. Mai 2011 in seinem Bericht zur Lage vor der ZdK-Vollversammlung in Erfurt.

Um zu dem notwendigen gesellschaftlichen Konsens zu kommen, sei eine Güterabwägung zwischen verschiedenen Alternativen sowie Chancen und Risiken notwendig, die sich klar der Risikominimierung als Bewertungsmaßstab verpflichtet wisse, so Glück.
Anders als nach der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 stünde heute ein beachtliches und weiter ausbaubares Potential von umweltverträglichen und regenerativen Energien zur Verfügung, deren Einsatz mit wesentlich weniger Risiken und denkbaren Schadensauswirkungen verbunden sei als der Einsatz fossiler Brennstoffe. „Wir müssen alles dafür tun, den Ausbau der regenerativen Energien auszuweiten. Das ist ein konkreter Einsatz zur Bewahrung der Schöpfung“, so der ZdK-Präsident wörtlich.
Gleichzeitig mahnte er, bei der ethischen Bewertung auch die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen eines solchen Umstellungsprozesses zu berücksichtigen. Er könne Folgen habe für die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und damit verbunden für den Arbeitsmarkt, für  die Sozialverträglichkeit der Energiepreise und für das Landschaftsbild in Deutschland.
Ausdrücklich forderte der Präsident des ZdK einen glaubwürdigen und einheitlichen „Stresstest“ für alle Kernkraftwerke in der EU. „Ein Schadensfall in Europa trifft uns alle und hätte unvorstellbare Auswirkungen!  Es ist geradezu absurd, wenn durch EU-Richtlinien Details z. B. der Sicherheitsvorschrift  für Haushaltsgeräte von Naturschutzgebieten und Wasserschutzgebieten festgelegt werden, wenn Europa aber in dieser fundamentalen Frage, in der wir in Europa eine Schicksalsgemeinschaft sind, zu einer gemeinsamen entsprechend strengen Regelung nicht in der Lage ist“.
Bei der Gestaltung des Umbauprozesses muss nach Auffassung von Glück die Sicherheit für das Gelingen Vorrang gegenüber der Geschwindigkeit des Prozesses haben: „Auch wenn es für die politischen Parteien und gesellschaftlichen Gruppen reizvoll sein mag, sich hier gegenseitig mit ihren Laufzeitvorschlägen zu unterbieten“.
Abschließend erinnerte der Präsident des ZdK daran, dass gerade die Diskussion um die Energiewende auch eine Diskussion über die Zukunft der Gesellschaft, über den Lebensstil, die Verantwortung für die nachkommenden Generationen und nicht zuletzt für die Weltgemeinschaft ist. „In der Gestaltung der Energiewende wird sich entscheiden, ob wir endlich ernst machen mit den Themen Zukunftsverantwortung und Nachhaltigkeit und ob wir als Gesellschaft zu einem langfristig ausgerichteten Kurswechsel in der Lage sind“.

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