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Wie Europa sich kaputtspart – Die gescheiterte Idee der Austeritätspolitik

Nach der Finanzmarktkrise, der großen Rezession und der Eurokrise wurden schuldenfinanzierte Staatsausgaben als das Hauptübel und das größte Hindernis für neues Wachstum in Europa dargestellt. Nachdem im Zuge der Konjunkturprogramme und Bankenrettung die Staatsverschuldung überall stark angestiegen ist, wird seit einigen Jahren vor allem den Krisenländern der Eurozone eine harte Sparpolitik verordnet. Austerität soll Europa aus der Krise retten. Trotz oder wegen der Sparpolitiken hat sich die wirtschaftliche Situation jedoch weiter verschärft. Die Schuldenstände sind weiter angestiegen, das Wachstum ist eingebrochen, und die Arbeitslosigkeit, vor allem unter Jugendlichen, hat in Südeuropa ein erschreckendes Niveau erreicht. Gegenwärtig scheinen nun auch die Vorreiter der Austeritätspolitik, insbesondere Deutschland, die Folgen in Form sinkender Wachstumsraten zunehmend zu spüren.

Mark Blyth entlarvt in seinem Buch „Wie Europa sich kaputtspart – Die gescheiterte Idee der Austeritätspolitik“ Sparpolitik als einen gefährlichen Irrweg im Dienste konservativer Politik und wirtschaftlicher Interessen. Er zeigt, dass sich die Austeritätspolitik auf fehlerhafte Statistiken und fragwürdige Theorien beruft. Die wenigen so genannten Erfolgsgeschichten einer expansiven Haushaltskonsolidierung sind seinen Ausführungen zufolge Sonderbedingungen geschuldet, die in der Eurozone heute nicht anzutreffen sind. Selbst dort, wo wieder ein leichter Aufschwung zu beobachten ist, würde es lange dauern, bis das Vorkrisenniveau an Einkommen und Beschäftigung wieder erreicht ist. Die in der Zwischenzeit eingetretene Entwertung von Kapital und Qualifikationen führe zu unwiederbringlichen Wachstumsverlusten. Austeritätspolitik gefährde daher den Wohlstand und untergrabe die Demokratie.

Der gebürtige Schotte Mark Blyth ist Professor für Internationale Politische Ökonomie an der Brown University in Providence. Aufgrund zahlreicher Gastprofessuren in Europa, zuletzt an der Graduiertenschule für Nordamerikastudien der Freien Universität Berlin, ist er mit den Austeritätsdebatten auf beiden Kontinenten bestens vertraut. Sein Buch war ein Riesenerfolg in England und den USA und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Es ist nun in einer von Boris Vormann übersetzten und erweiterten Fassung in Deutschland beim Verlag J.H.W. Dietz mit Unterstützung der Hans-und-Traute-Matthöfer-Stiftung erschienen.

Sie sind herzlich zur Vorstellung der deutschen Fassung des Buches eingeladen, und wir würden uns freuen, wenn Sie sich an der Diskussion mit dem Autor und weiteren Expert_innen beteiligen würden.

Buchvorstellung und Podiumsdiskussion
Mark Blyth: Wie Europa sich kaputtspart –
Die gescheiterte Idee der Austeritätspolitik
11. November 2014, 18.15 Uhr, FES Berlin

Wir bitten um Anmeldung bis zum 7.11.2014 per Mail an tagung@fes.de oder per Fax an 030 269 35 9229.

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