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Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz, Institutionen & Zukunftsdebatte, Wettbewerbsfähigkeit

DIHK | Kommentar: Digitalisierung der europäischen Industrie erfordert ein starkes Europa

Nachdem die Europäische Kommission im letzten Jahr die digitale Binnenmarktstrategie vorgestellt hat, soll nun an diesem Dienstag (19.4.) – als Teil der Umsetzung – eine Strategie zur Digitalisierung der europäischen Industrie offiziell vorgestellt werden. Damit reagiert die Kommission auf den tiefgreifenden Veränderungsprozess, den die Industrie momentan vollzieht. Ein Drittel des industriellen Wachstums in Europa ist schon heute auf die Digitalisierung zurückzuführen.

Insbesondere die deutsche Industrie ist als Ausstatter der Fabriken der Welt in vielen Bereichen der Industrie 4.0 Weltmarktführer. Darauf können wir uns aber nicht ausruhen. Ausgerechnet im Bereich der Datenplattformen sind europäische Anbieter im internationalen Wett-bewerb relativ schwach aufgestellt. Auf diesen Plattformen werden vermehrt Daten gesammelt und verwertet, die für die Steuerung und Optimierung industrieller Prozesse verwendet werden. Sie werden Dreh- und Angelpunkt der künftigen industriellen Wertschöpfung sein.

Es ist richtig, dass die EU-Kommission – gerade im Hinblick auf die Plattformproblematik – einen einheitlichen Rechtsrahmen bei Fragen des Dateneigentums und der Nutzungsrechte anstrebt. Auch ist es gut, dass sie Prioritäten für die Entstehung übergreifender, europäischer Standardisierungslösungen setzen wird, die Voraussetzung für die Entstehung europäischer Datenplattformen sind. Natürlich sind auch digital kompetente Mitarbeiter als Voraussetzung für Innovation ein Schlüssel im Wettbewerb. Über die Strategie hinaus ist ein wichtiges Augenmerk auf leistungsfähige digitale Infrastrukturen, die Sicherstellung einer hohen Daten- und Informationssicherheit sowie Zugang zu Finanzierung für kleine und mittlere Unternehmen zu legen.
In ihrem – in Stichpunkten bereits bekannten – Vorstoß zeigt die Kommission insgesamt die richtigen Ansätze. Die europäische Industrie braucht nun schnelle und konkrete Initiativen und Ergebnisse, um im internationalen Wettbewerb weiter erfolgreich bestehen zu können.

Weitere Informationen dazu und zu anderen Europa-Themen der Woche des DIHKs finden Sie hier.

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